Kinder einer Welt

Wow, die letzte Frühschicht war ganz schön dicht!
Wir haben uns zuerst nochmal daran erinnert, worüber wir in den ersten drei Wochen der Fastenzeit gesprochen hatten: Kinderarbeit, Umweltverschmutzung, Klimawandel…
Das war ja alles ziemlich schrecklich, aber in dieser Woche war eine ganz andere Frage dran:
Wieso sollte uns das alles eigentlich interessieren?
Okay: wenn Kinder arbeiten müssen, damit wir billige Kleider kaufen können, ist das traurig. Aber diese Kinder sind weit weg, und jeder ist sich selbst der Nächste, oder?
Okay: wenn in verschiedenen Teilen der Welt Giftstoffe freigesetzt werden, ist das nicht schön, aber dann kaufen wir halt Bioprodukte ein und sind auf der sicheren Seite.
Okay: der ganze Klimawandel ist schlimm, aber die großen Stürme und Überschwemmungen betreffen doch hauptsächlich die Inseln da irgendwo bei Australien – uns nicht.
Also: warum sollten wir uns damit beschäftigen?
Die Jugendlichen sagten sofort, dass wir doch „alle Menschen“ sind. Dass alle Menschen auch gleich wertvoll sind, ist aber eine Einstellung, die nicht selbstverständlich ist. Immer wieder gibt es Menschen, die meinen, sie seien wichtiger als andere.
Es gibt Weiße, die meinen, sie seien besser als Schwarze.
Es gibt Deutsche, die meinen, sie seien besser als Türken.
Es gibt Männer, die meinen, sie seien besser als Frauen.
Diese Reihe könnte man endlos fortsetzen.
Wir sind Christen. Wir wissen, dass kein Mensch mehr wert ist als ein anderer. Alle Menschen sind von Gott geschaffen – ohne Unterschied. Und alle Menschen sind von Gott geliebt – ohne Unterschied. Und deshalb kann es uns nicht egal sein, wenn ein Mensch leidet, ob er nun in Vanuatu lebt oder in Brasilien oder in Bangladesh oder in Nigeria.
Und weil Gott auch diese ganze Erde geschaffen und uns anvertraut hat, deshalb kann es uns nicht egal sein, was aus ihr wird. Wir sind nicht auf dieser Welt, damit es uns allein gut geht, sondern um die Welt insgesamt voran zu bringen. Das ist der Auftrag Gottes an uns.

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