Drei in eins

Morgen ist Dreifaltigkeitssonntag. Viele Menschen können mit der Vorstellung der Dreifaltigkeit nicht viel anfangen. Gott, der Vater, Jesus, der Sohn und der Heilige Geist – wie sollen die drei denn alle EIN Gott sein? Schwierig.
Als ich vor einiger Zeit zwei Jugendliche auf die Taufe vorbereitet habe, musste ich mir deshalb etwas „begreifbares“ ausdenken. Wir haben eine Art Windlicht gebastelt, in das man ein Teelicht stellen kann. Die drei Seitenfenster sollten die Mädchen selber beschriften. Zuerst haben wir zusammen überlegt, welche Eigenschaften die drei Personen Gottes haben und haben einen Teil davon auf das jeweilige Fenster geschrieben.
Auf der grünen Seite steht jetzt: Gott Vater (ist) allmächtig, stark, gütig, ewig gleich.
Auf der gelben Seite: Gott Sohn (ist/war) sanft, hilflos, zornig, 33 Jahre auf der Erde
Auf der roten Seite: Gott Heiliger Geist (ist) Liebe, Weisheit, Schöpfer, immer neu
Das Entscheidende ist dabei, dass wir anschließend alle drei Seiten zu einem Windlicht zusammengefügt haben: die drei Personen mit ihren so unterschiedlichen, manchmal gegensätzlichen Eigenschaften ergeben eins.
Woher wir das wissen? Die Menschen haben Gott erfahren, er hat sich ihnen offenbart: manchmal stark und furchtbar, dann wieder leise und vorsichtig. Manchmal als Garant der Ewigkeit, dann wieder als ständig neu belebend und durcheinanderwirbelnd. Und Jesus hat uns gezeigt, dass Gott in sich Beziehung ist.
Wie das alles sein kann? Das finde ich das Schöne an der Dreifaltigkeit: sie erinnert uns daran, dass Gott viel größer ist als unser Verstand. Und mal ganz ehrlich: wer braucht schon einen Gott, der so klein wäre, dass wir ihn durch und durch verstehen könnten?

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