Pfingstnovene: Predigt

„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“

Die Apostelgeschichte erzählt zuerst, wie der auferstandene Jesus seinen Freunden erscheint, wie er sie in Jerusalem zusammenruft (einige waren nach der Kreuzigung ja schon wieder frustriert auf dem Weg nach Hause gewesen) und wie er ihnen sagt, sie sollen dort bleiben und auf die Verheißung warten. Das ist der Heilige Geist, der den Jüngern die Kraft geben soll, als Zeugen Jesu zu wirken.

Dann kommt es tatsächlich so: sie sind in Jerusalem versammelt, und plötzlich spüren sie im Haus die Naturgewalten, Sturm und flammendes Licht. Sie fangen an, in fremden Sprachen zu reden und gehen damit auch in die Öffentlichkeit.

Spannend ist die Reaktion der Zuhörer. Die einen sind fasziniert:

„Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören?“

Die anderen spotten:

„Sie sind vom süßen Wein betrunken.“

Ja, was denn jetzt? Sprachenwunder oder sinnloses Gelalle?

Ich glaube, so geht es den Jüngern Jesu auch heute noch. Wir Christen empfangen den Heiligen Geist in der Taufe und in der Firmung. Damit verbunden ist der Auftrag, Zeugnis von unserem Glauben zu geben. Viele von uns tun das, so gut sie es vermögen, mit Wort und Tat. Natürlich gibt es Christen, die schlechtes Zeugnis geben, die ganz dem Vorbild Jesu entgegengesetzt leben. Und es gibt diejenigen, die nur auf dem Papier Christen sind, denen man das aber aus verschiedenen Gründen nicht weiter anmerkt, die „U-Boot-Christen“.

Aber diejenigen, die tatsächlich versuchen, den Willen Gottes in ihrem Leben umzusetzen, die ernten häufig genau die gleichen Reaktionen wie die Jünger vor 2.000 Jahren. Die einen wundern sich und manchmal bewundern sie auch, was im Glauben möglich ist, Vergebung, Nächstenliebe usw. Andere erleben dasselbe und spotten: diese Freundlichkeit ist in Wahrheit doch nur Gesäusel, albernes Gesabbel, und alle guten Taten haben bestimmt einen Hintergedanken.

Was tun wir jetzt damit?

Wenn wir uns an die Bibel halten, dann ist es klar: Petrus antwortet den Spöttern sachlich und bestimmt. Dann predigt er so mitreissend, dass sich an diesem Tag 3.000 Leute taufen lassen. Das ist doch mal ein Ideal: die Kritiker ernst nehmen, selbst wenn sie eigentlich nur spotten, dann aber weitergehen und in die Inhalte einsteigen für diejenigen, die es hören wollen.

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