Wahllokal im Kinderdorf

kidorat-wahllokal-2 Endlich ist es so weit: die Wahl des neuen Kinderdorfrates läuft. Alle Kinder und Jugendlichen ab der ersten Klasse sind an die Urne gerufen. Gewählt werden fünf Jugendliche und zwei Erzieher, die die Interessen der Kinder und Jugendlichen gegenüber der Kinderdorfleitung vertreten sollen.

Bisher ist die Wahlbeteiligung ziemlich gut. Immerhin etwas, denn diese Wahl hat einen Schönheitsfehler: wir haben zu wenig Kandidaten. Mehrere Jugendliche, die in Frage gekommen wären, sagten entweder „keine Zeit, zu viel Stress“ oder aber „kein Bock“.

Einer dieser Null-Bock-Jungs stand eben im Wahllokal, wollte aber gar nicht wählen, alle Kandidaten seien doch doof. Das ist für uns, für den alten Kidorat, eine ganz klare Sache: wenn du selber ein Wahlplakat eingereicht hättest, hinge hier wenigstens ein (auch in deinen Augen) guter Kandidat! Und wenn du nicht wählst, darfst du auch nicht meckern, wenn der nächste Kidorat z.B. das Internetcafé abschafft oder irgendwas tut, was dir nicht passt. Nach einigem Murren hat er sich dann doch bequemt, seine Stimme abzugeben.

Natürlich kann man unsere Wahl nicht auf die große Politik übertragen (obwohl unsere Wahlkabinen original sind: hinter denen findet regelmäßig auch die Bundestagswahl statt. In unserem Kinderdorf ist dann nämlich auch ein Wahllokal). Trotzdem zeigt sich hier genau, worum es auch sonst geht: Es sind niemals „alle“ doof. Und wenn doch, dann ändern wir das nicht dadurch, dass wir zu Hause bleiben und die Doofen machen lassen. Auf geht’s! Nutzen wir die Möglichkeiten, die wir haben!

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