Grüße an alle Heiligen!

Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu, an die Heiligen in Ephesus…

So beginnt der sogenannte Epheserbrief, einer der vielen Briefe am Ende des neuen Testamentes. Und ebenso beginnen die meisten Briefe des Paulus mit einem Gruß an „die Heiligen“, nämlich die Mitglieder der Gemeinden in Rom, in Korinth, in Philippi, in Kolossä… Überall betont Paulus zunächst mal, dass jeder, der Jesus Christus folgt, zur Heiligkeit berufen ist.

Heute feiern wir das Hochfest „Allerheiligen“. Und damit ist genau das gemeint, was Paulus sagt: jeder von uns hat das Zeug zum/zur Heiligen. Die großen Heiligen, die sich schon einen Namen gemacht haben, die offiziell von der Kirche anerkannt worden sind und deshalb auch öffentlich verehrt werden dürfen, die haben schön über das Jahr verteilt ihre eigenen Gedenktage. Aber was ist mit all den anderen? Was ist z.B. mit meinen Großeltern? Sie waren keine Helden, wie der heilige Stephanus oder Maximilian Kolbe oder all die anderen Märtyrer, die für ihren Glauben gestorben sind. Aber sie haben ihren Glauben treu gelebt, auch in der Nazizeit. Sie waren nicht von so außergewöhnlicher Opferbereitschaft wie Elisabeth von Thüringen oder Mutter Teresa oder all die anderen Heiligen der Barmherzigkeit. Aber sie haben mit anderen geteilt und ihre Nächsten nicht vergessen. Sie waren keine glänzenden Theologen und Ratgeber von Päpsten wie Thomas von Aquin oder Katharina von Siena oder all die anderen Kirchenlehrer. Aber sie haben das Wort Gottes befolgt, so gut sie konnten.

Ich glaube fest, dass meine Großeltern heilig sind.

Sie sind jetzt bei Gott, heil, ganz, gesund, ohne Schmerz und Einschränkung. An sie und einige andere denke ich am heutigen Tag. Und ich lasse mich gerne daran erinnern, dass auch ich durch meine Taufe schon geheiligt und deshalb berufen bin, in Gott heil, gesund und ein Segen zu werden, wie der Apostel Paulus schreibt: „[an] die Geheiligten in Christus Jesus, berufen als Heilige mit allen, die den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, überall anrufen“ (1 Kor 1,2).

Einen gesegneten Festtag!

Bild: Team Uwe Noelke

4 Comments


  • Ich finde das Bild dazu von der Schwester so schön, die das Kind segnet…

    • Barbara Offermann

      „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“ (vgl. 1 Mose 12) 🙂
      Einen gesegneten Tag!

  • So ein bisschen, als könne man das Heilige im Inneren des Kindes durch den Segen „füttern“/stärken – verstehst Du, was ich meine?
    Und danke – gleichfalls ;-)!

    • Barbara Offermann

      Das Bild gefällt mir: das Heilige füttern! yummi, lecker Segen!!!
      Aber im Ernst: ja, ich glaube, ganz genau das ist gemeint. Ich zeichne einem Kind (oder auch schon mal einer Freundin) ein Kreuzchen auf die Stirn oder schreibe in einer mail/Chat: „Gott segne Dich“. Das heißt einerseits „Gott sei bei Dir, er möge dich schützen“ und andererseits ist es die Erinnerung und Zusage „Gott IST schon bei Dir, IN Dir. Gott macht Dich stark und beschützt dich.“

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