Adventstour im Endspurt

Uff, trotz der Schrecken im In- und Ausland geht es ja doch im Haushalt allmählich auf den Weihnachts-Endspurt zu. Habt ihr schon alles eingekauft? Auch für das Festessen?

So ein Essen ist an einem solchen Fest doch immer enorm wichtig, nicht wahr? In manchen Familien geht es traditionell zu: jedes Jahr dasselbe. So gab es bei uns zu Hause an Heiligabend Erbsensuppe mit Würstchen – wirklich wahr! – eine Tradition aus der Familie meines Vaters (da war es allerdings noch Kartoffelsuppe). Am ersten Feiertag dann Grünkohl mit Mettwürstchen, das kann man irgendwie auch keinem erzählen. Aber wir fanden es immer super. Es gab ja drumherum so viel Süßes.

In anderen Familien gibt es jedes Jahr etwas anderes. So einigen wir uns in meiner Gemeinschaft jeweils neu darauf, was es geben soll. Am einfachsten ist ein Buffet – man ist ja vorher so lange in der Kirche. Aus dem Kinderdorf kenne ich verschiedene Rezepte für Sachen, die man im Ofen überbackt, und die genau so lange brauchen, wie eine Christmette oder eine Osternacht dauern. Ehrlich, alles ausprobiert!

Warum ist nur das Essen so wichtig? Wir leiden doch heute keinen Hunger mehr, und der größere Teil der Kirche hält den Advent auch nicht mehr als Fastenzeit. Warum also?

Ich glaube, gemeinsam zu essen ist eine besondere Form der Begegnung, sehr vertraut, sehr persönlich. Nicht umsonst ist ein Mahl das Zentrum der christlichen Liturgie. Jesus hat seinen Freunden sein Vermächtnis beim Essen hinterlassen, so wie er oft mit ihnen gegessen hat. Ein Ausdruck von Nähe. Wenn wir aus der Kirche kommen, setzen wir eigentlich nur unser gemeinsames Mahl in unseren Häusern fort. Deshalb ist das Festessen so wichtig, weil es eine ganz eigene Form von Gemeinschaft schafft. (Und deswegen geht uns auch so viel verloren, wenn in vielen Familien kaum noch zusammen gegessen wird, aber das nur in Klammern.)

Guten Appetit!

P.S.: Das Foto stammt übrigens nicht aus unserem Kloster, sondern von einer Familienfeier, nicht dass ihr einen falschen Eindruck kriegt… 🙂

5 Comments


  • Ich habe schon alles besorgt. Sogar das Essen. Mittlerweile kann ich mich ansatzweise auf Weihnachten freuen, auch wenn ich mich irgendwie frage, warum.
    Mir ist auch schon mal aufgefallen, dass Essen nicht nur die Bedeutung des Essens an sich hat, sondern auch eine mindestens genauso wichtige soziale Komponente. Deswegen gehen mein Mann und ich auch so gerne zusammen essen. Und deswegen wird – denke ich – auch so leidenschaftlich in der Gesellschaft darum gestritten, ob man vegan essen sollte oder nicht.

    • Barbara Offermann

      Nicht vegan! Vegetarisch ja, unbedingt, aber bei vegan muss man auf zu viele leckere Sachen verzichten… So oder so: guten Appetit!

    • Barbara Offermann

      Sorry, hab den wichtigeren Teil Deines Kommentars übergangen: Du fragst Dich, wieso Du Dich auf Weihnachten freust? Hmmm…
      Da frag ich mal zurück: Wieso solltest Du es denn nicht tun?

      • Es gibt ja viele leckere vegane Alternativen zu den Gerichten, die man so kennt. Ich habe zum Beispiel gestern eine sehr leckere Sojabolognese gegessen.
        Und warum ich mich (nicht) auf Weihnachten freue… das hab ich ja schon mal geschrieben (Familie, Freunde, Zukunft). Das Komische ist: Es hat sich nicht so viel geändert. Und trotzdem ist die Freude auf einmal da.

        • Barbara Offermann

          Ja, das meinte ich eigentlich: auch wenn es manches gibt, was uns das Herz schwer macht, ist Weihnachten doch eigentlich immer ein Grund zur Freude. Wir haben nur so oft Erwartungen an das Fest, die mit der ursprünglichen Botschaft gar nichts zu tun haben. Wir wollen ein harmonisches Familienfest, eine Idylle und die Erinnerung an eine vermeindlich heile Welt unserer Kindheit – und sind dann enttäuscht, dass wir das ja doch nicht kriegen. Aber das hat unsere Gesellschaft nach und nach aus Weihnachten gemacht. Ursprünglich ist die Botschaft doch: Gott kommt zu uns Menschen – gerade, wenn es für Dich schwer ist, warum auch immer, gerade dann ist Er Dir ganz nah! Gott macht sich so klein, wie es nur geht, damit auch wirklich nichts und niemand ihn von uns Menschen trennen kann. Und darüber kann man sich doch nur freuen, oder?
          Ich wünsche Dir tiefen Weihnachtsfrieden und den Trost des Kindes in der Krippe, den Trost des Gottes, der ganz Mensch geworden ist, damit wir seine Liebe auch wirklich verstehen und begreifen können!

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