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Das ist sowas mit den Fastenvorsätzen! „Achtsamkeit statt Multitasking“ könnte man meinen diesjährigen Vorsatz auf eine Kurzformel bringen. Eigentlich ist Achtsamkeit ja etwas, das man immer üben sollte, vor allem im Kloster. Aber im Alltag ist das eben nicht so einfach, manchmal gehen selbst die fundamentalen Dinge daneben. Die Fastenzeit ist die ideale Gelegenheit, sich zu erinnern, wie es noch mal ging.

Aber gestern, gestern habe ich’s nicht geschafft!

Wir hatten eine Sitzung im Kinderdorf, inklusive Anfahrt war ich von 14:30 Uhr bis etwa 21:00 Uhr unterwegs. Und wenn Du dann vor einem riesigen Teller mit belegten Brötchen sitzt, dann greifst du zu – auch wenn der Vorsitzende keine Pause zulässt und die Diskussion weitergeht! Nix mit Achtsamkeit, langsam und bewusst essen oder so!

Ich würde das ja gerne unter die Dispens für Reisende oder Schwerarbeiter packen, die ja bekanntlich nicht fasten müssen, aber ich fürchte, das klappt nicht. Ich habe es gestern einfach nicht geschafft. Manchmal ist das eben so. Auf der Rückfahrt habe ich eine Zeitlang die Musik ausgemacht. Immerhin. Aber nicht die ganze Strecke, weil ich müde war und mir die Musik hilft, wach zu bleiben.

Heute ist ein neuer Tag, da kann ich es neu versuchen. Zum Glück haben wir ja einen Gott, der unsere Schwächen kennt und versteht. Gott sei Dank!

2 Kommentare

  1. Warum müssen Reisende denn nicht fasten?

    • Das kommt aus der Zeit, als die Kirchengesetze noch strenger waren und vor allem genauer befolgt wurden. Da war die Fastenzeit wirklich körperlich anstrengend, deswegen wurden Erleichterungen eingeführt für diejenigen, denen ein so schwerer Verzicht nicht zuzumuten war. Das waren (und sind!) Kranke, Schwangere, Stillende, Schwerarbeiter, Kinder unter 14 und Alte über 60 (!) Jahre. Dazu kommen die Reisenden, weil Reisen anstrengend sein kann (Fußpilger) und v.a. wohl, weil man unterwegs nicht immer beeinflussen kann, was man bekommt. Jesus selber schickt seine Jünger los mit der Aussage: „Wenn ihr unterwegs in ein Haus kommt, dann esst und trinkt, was man euch vorsetzt“.
      Das alles heißt natürlich nicht, dass man nicht fasten DARF. Und außerdem haben wir heute natürlich ein anderes Verständnis vom Fasten. Die wenigsten (in Deutschland) verzichten ja auf bestimmte Nahrungsmittel, streng nach Plan, weil die Kirche das gebietet. Das gibt es vielleicht noch in einigen Klöstern, aber sonst überlegen wir doch mit einer großen Freiheit ohnehin individuell, worauf wir verzichten wollen. Dann braucht es auch keine Dispens mehr.

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