Gründonnerstag
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Das Grab ist leer!
16. April 2017

Diese Woche habe ich im Internet Bilder zu den Stichworten „Gründonnerstag“, „Karfreitag“ und „Karsamstag“ gesucht. Für unseren Schaukasten an der Kapelle.

Ich hatte schon erwartet, dass es wenig zum Karsamstag geben würde. Selbst wer kirchlich orientiert ist, betrachtet den Tag der Grabesruhe ja meist als Ostervorbereitungstag. Einfach aus den praktischen Gegebenheiten. Irgendwann muss man halt die Eier färben und den Osterstrauß stecken.

Zum Karfreitag gibt es eine Menge Bilder, die das Leid und die Gewalt verklären. Das muss ich nicht haben. Jesus ist dem Leid nicht ausgewichen, er hat nicht gekniffen, als es ernst wurde und seine Liebe zu den Menschen auf die Probe gestellt wurde. So wurde das Kreuz ein Beweis der grenzenlosen Liebe und Nähe Gottes zu den Menschen. Es ist kein Aufruf an uns, Leid zu suchen!

Aber was mich wirklich… sagen wir mal erstaunt hat, waren die Bilder zum Stichwort Gründonnerstag. „Einen schönen Gründonnerstag“ mit niedlichen Häschen war noch das harmloseste. Am Gründonnerstag ist nichts Schönes und die ganzen Eier-, Frühlings- und Häschenmotive sind da definitiv verfrüht. Aber egal. Was ich nicht begreife ist, was für eine Fülle von Blasphemien sich die Menschen ausdenken! Jesus mit seinen Jüngern beim letzten Abendmahl gibt es in ungezählten Variationen, von denen viele so geschmacklos sind, dass ich sie mir größtenteils lieber nicht näher angesehen habe. Warum machen Menschen sich diese Mühe?

Ich kann gar nicht sagen, dass ich darüber empört sei. Nur erstaunt. Denn um eine Abendmahlsszene mit Tabledance oder mit den Simpsons zu erstellen, brauche ich doch Zeit und ein gewisses Maß an Kreativität. Warum setzen diese Menschen die nicht für etwas anderes ein? Was fasziniert die Leute bloß an diesem Motiv, dass sie sich derart damit beschäftigen? Offenbar glauben sie ja nicht daran, dass an diesem Abend etwas wichtiges, besonderes, heiliges passiert ist. Na, dann könnten sie es doch auch einfach ignorieren. Es ist 2.000 Jahre her!

Vielleicht spüren sie, dass man Jesus nicht so einfach ignorieren kann. Schon damals haben seine Gegner das erkannt, von Anfang an. Und weil sie ihm nicht beikommen konnten, haben sie ihn verspottet: bei seinen Predigten und Wundern, bei seinem Prozess und in seinem Sterben. Seine ersten Jünger wurden verlacht, in der Apostelgeschichte ist das überliefert. Spott ist immer das Mittel der Wahl, wenn man einem Gegner nicht mit Argumenten beikommt.

Jesus hat den Hohn damals ausgehalten, wir sollten es heute auch tun. Worüber man lacht, das ist einem wenigstens nicht egal.

Bild: Bredehorn.J@pixelio.de

1 Kommentar

  1. Monika Himsl sagt:

    Ich war auf einem Gründonnerstags-Event in ein grünen Parteilokal… es gab Spinatknödel mit grünem Salat… sehr lecker… und Kressesamen mit Parteiwerbung… natürlich auch grüne Ostereier… auch das gibts…. tangierende Parallelwelten….

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