Traumauto
11. August 2020

Neulich war ich zu Fuß im Habit unterwegs. Prompt passierte, was dann öfter passiert: ich wurde angesprochen. Ich musste kurz anhalten, um etwas in meiner Tasche zu suchen, da hörte ich hinter mir:

“Was bist du?”

So fragen nur Kinder!

In der Tat war es ein etwa zweijähriger Knirps auf seinem Laufrad, der mich interessiert unter seinem Helm hervor ansah. Der Zwillingsbruder und die Mama kamen hinterher.

“Ich bin eine Schwester.” Damit wird er jetzt nicht wirklich was anfangen können, aber was soll’s?

“Warum?”

Ui! Mmh… Zweijährige haben diese phänomenale Begabung, mit einem Wort philosophische Dimensionen zu öffnen, für die wir Erwachsenen längst stumpf geworden sind. Warum bin ich Schwester? Darüber könnte ich jetzt länger meditieren und bei einer Flasche Wein würde ich mit den meisten meiner Freunde mit dieser Frage auch einen Abend rumkriegen. Aber was bitte sag ich dazu dem Knirps?

“Naja, weil man irgendwas aus seinem Leben machen muss.”

Der Kleine sieht mich groß an, die Mutter lacht sich kaputt. Wir haben dann noch ein bisschen Smalltalk gemacht und uns schließlich freundlich verabschiedet, der Knirps schon wieder ganz auf sein Laufrad konzentriert.

 

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