Leben ist stärker
Das Leben ist stärker
30. März 2024

Entwickelt sich die Welt insgesamt eigentlich zum Guten? Oder geht es bergab? Hin und wieder kommt mir diese Frage, wenn ich ein Problem sehe, das uralt ist und offenbar einfach nicht gelöst werden kann. So ging es mir jetzt, als ich mich mit Caterina von Siena befasst habe. In dieser Woche feiern wir das Fest dieser dominikanischen Kirchenlehrerin.

Caterina lebte im 14. Jahrhundert, als die Kirche in einer schweren Krise steckte. Sie hatte offenbar eine Begabung als Mediatorin: viele Menschen baten sie in Konflikten um Vermittlung. Sie suchten auch ihren geistlichen Rat, denn Caterina lebte ganz aus dem Gebet, und was sie dort erfuhr, gab sie absolut kompromisslos weiter.

Obwohl sie selber nicht schreiben konnte, diktierte sie hunderte von Briefen, auch an die Mächtigen. So hat sie maßgeblich dazu beigetragen, dass Papst Gregor XI. aus dem Exil in Avignon nach Rom zurückkehrte. Die Einheit der Kirche war ihr ein wichtiges Anliegen. Dennoch konnte sie nicht verhindern, dass wenige Jahre später ein Gegenpapst gewählt wurde und es zum abendländischen Schisma kam.

Da sind wir heute natürlich weiter! Zwei Päpste und ein Kirchenvolk, das sich spaltet, davon kann bei uns keine Rede sein. Oder doch? Nun, der direkte historische Vergleich ist sicher etwas zu simpel.

Dennoch hat Caterina eine Botschaft, die auch heute gültig bleibt. Ihr geht es immer um die Wahrheit. Dabei nennt sie sowohl die Geistlichen als auch die Kirche insgesamt „Diener der Wahrheit“. Dagegen ist Christus allein der „Lehrer der Wahrheit“. Er ist in die Welt gekommen, um ihr Wahrheit und Liebe zu bringen – einer Welt, die von Lüge und Hass zerfressen ist.

Unsere Welt und unsere Kirche haben in den letzten 700 Jahre enorme Fortschritte gemacht. Dennoch gibt es Probleme, mit denen wir heute noch genauso kämpfen wie die Menschen damals. Und so brauchen wir weiterhin Frauen und Männer wie die heilige Caterina von Siena, die uns daran erinnern, dass wir Konflikte am ehesten lösen werden, wenn es uns vor allem um die Wahrheit und die Liebe geht.

 

Bildrechte: Maximilian Cappabianca OP

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