Schwestern wie ich
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Drei in eins
30. Mai 2015

Eigentlich wollte ich mich zum Thema Homoehe nicht äußern. Das Thema ist zu komplex für die relativ kurzen Texte dieses Blogs. Dachte ich eigentlich.

Aber jetzt hat der Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin die Volksabstimmung in Irland mit den Worten kommentiert, das sei „nicht nur eine Niederlage der christlichen Prinzipien, sondern auch ein wenig eine Niederlage der Menschheit“ (hier gehts zum Artikel von Radio Vatikan).
Dazu möchte ich dann doch etwas sagen.
Ich bin über die Entscheidung der Iren auch nicht glücklich. Aber gleich den Niedergang der ganzen Menschheit kommen zu sehen, finde ich … na, sagen wir mal etwas problematisch. Dafür sind homosexuelle Partnerschaften längst viel zu selbstverständlicher Bestandteil unserer Gesellschaften geworden. Und – machen wir uns doch nichts vor! – Homosexualität ist weder eine Mode oder Erfindung der Neuzeit noch eines bestimmten Kontinents. Es gibt sie einfach. Sie ist eine Spielart des menschlichen Lebens. Es bleibt nur die Frage, wie wir damit umgehen.
Da reicht die Bandbreite der Möglichkeiten wohl so etwa von der Todesstrafe bis zur völligen Gleichstellung. Durch die Jahrhunderte und die verschiedenen Kulturen hindurch wurde Homosexualität überwiegend verfolgt, verboten und oft schwer geächtet. Jetzt schlägt das Pendel zur anderen Seite aus. Man erzählt uns, ob homo oder hetero sei völlig egal, und ob ein Kind Vater und Mutter oder zwei Väter oder zwei Mütter habe, das sei doch alles einerlei.
Ich bin anderer Meinung. Ich finde, es macht einen gewaltigen Unterschied, ob ein Kind Vater und Mutter hat oder nicht. Und wenn ich sehe, was unseren Kindern schon in der Grundschule über ihre sexuelle Identität erzählt wird, dann wird mir ganz anders. Ich finde, wenn ein Mann und eine Frau den Mut haben, sich lebenslange Treue zu versprechen und auch noch Kinder zu bekommen, dann sollten sie dabei unterstützt werden. Deshalb bin ich für eine Unterscheidung! Nicht um die Homosexuellen herabzuwürdigen, sondern weil ich überzeugt bin, dass unsere Gesellschaft mehr für ihre Familien tun sollte.
Trotzdem möchte ich mit meinen Sorgen nicht übertreiben. Ich hoffe, dass sich der Homo-Hype und vor allem der Genderwahnsinn irgendwann auch wieder legt. Dass sich das Ganze dann einpendelt. Und dass wir dann sehen, dass die Menschheit keine Niederlage erlitten hat, sondern einfach einen Pendelschlag fortgeschritten ist.

4 Kommentare

  1. Schwester Barbara sagt:

    Die Kommentare zu diesem Post konnten wir beim Umzug unserer homepage leider nicht mitnehmen.

  2. Warum dürfen nur Frau und Mann eine Familie haben? Und warum verwenden Sie das Wort „Homo-Hype“?

    Ich bin traurig. Wirklich. Die Homophobie hat mich lange davon abgehalten, mich Gott zuzuwenden. Und sie macht mich immer noch traurig.

    • Liebe Kitschautorin!
      Einmal vorweg: Homophobie macht mich auch traurig. Und etwas ratlos. Deshalb habe ich diesen Artikel geschrieben, als kritische Antwort auf eine homophobe Äußerung eines Geistlichen.
      Ich wollte mich von seiner Äußerung distanzieren. Aber wenn ich schon über das Thema Homoehe schreibe, dann kann ich nicht so tun, als sei ich ein Befürworter. Man kann ja sagen: „ich find’s zwar nicht toll, aber so eine Katastrophe, wie du behauptest, ist es nun auch wieder nicht.“ So ungefähr war der Artikel gemeint.
      Wenn Sie jetzt fragen, warum nur Frau und Mann eine Familie haben dürfen: ich habe das nicht geschrieben. Ich finde nur, es macht einen großen Unterschied, ob ein Kind Vater und Mutter hat oder nicht. Und ich will nicht Dinge, die verschieden sind, mit dem gleichen Namen benennen müssen.
      Zum Homo-Hype: das klingt natürlich nicht sehr nett, zugegeben. Aber manchmal nervt mich die Aufdringlichkeit der Schwulenbewegung und das CSD-Gehabe. Wie oben geschrieben: die Schwulen waren lange unterdrückt, jetzt fordern sie ihre Rechte. Gut so. Dabei wird manchmal kräftig übertrieben, aber ich hoffe, dass sich die „normalen“, gelassenen Homos auf Dauer durchsetzen.
      Eine Frage habe ich aber noch: Sie sagen, die Homophobie habe Sie von Gott abgehalten. Von Gott oder von der Kirche?

      • Gut, das kann ich verstehen. Ich verlange ja auch nicht, dass jeder gleichgeschlechtliche Liebe supertoll findet. Aber man sollte akzeptieren, wenn es bei anderen so ist.
        Und natürlich ist es ein Unterschied, ob ein Kind Vater oder Mutter hat. Wichtig ist aber für mich vor allem, ob ein Kind mit Liebe erzogen wird. Und das kann meiner Ansicht nach eben auch bei zwei Vätern oder zwei Müttern gegeben sein.
        Die Homophobie hat mich sowohl von Gott als auch der Kirche abgehalten. Ich hatte aber das Glück, dass ich eine sehr offene Gemeinde mit einem sehr lieben Pastor hatte. Deswegen war das nicht von Dauer. Manchmal hat mich dieses Gefühl aber wieder. Ich bin Anfang letzten Jahres umgezogen und war seitdem nur einmal hier in der Kirche, weil ich ein wenig Angst davor habe.

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