Abendlicht

Gestern abend sah ich beim Spazierengehen diese Bäume. Vom Frühling noch keine Spur, kein Blättchen. Jedenfalls aus der Entfernung sahen sie noch ziemlich tot aus.
Trotzdem ein wunderbarer Anblick, so eingetaucht ins Abendlicht.
Und plötzlich fand ich das ein Bild für unser Leben, das so vieles enthält, was abgestorben und leblos wirkt.
Manchmal fühlen wir uns enttäuscht und müde und wissen noch nicht, wie da wieder Leben reinkommen soll. Wenn wir uns von Gott anschauen lassen, wird plötzlich alles anders. In seinem milden Licht wird schön, was uns hoffnungslos vorgekommen ist. Er kann das Beste aus uns rausholen – wenn wir uns seinem Blick aussetzen.
Wir müssen das nicht tun. Denn das ist der Unterschied zwischen uns und diesen Bäumen: sie können nicht vor dem Abendlicht fliehen. Wir dagegen können vor Gott weglaufen. Er zwingt uns seine Nähe nicht auf. Und so versuchen wir, seinem Licht auszuweichen. Vielleicht, weil wir fürchten, sein Licht sei ein greller Neonstrahler, der auch das Übelste zum Vorschein bringt? Nach allem, was Jesus uns von Gott erzählt hat, ist er mehr wie dieses Abendlicht…

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