Entscheidung
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Vom Winde verweht
16. Januar 2017

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Vereinzelt kann man es noch hören: „Ein frohes Neues Jahr!“ Und dann kommt manchmal der Zusatz: „Naja, ob es so froh wird, das glaub ich ja nicht… Aber jedenfalls… alles Gute, obwohl, viel Gutes wird es wohl kaum bringen…“ Ich habe tatsächlich erlebt, dass Leuten die guten Wünsche zum Neuen Jahr quasi im Hals stecken blieben vor lauter Sorge vor den Wahlen, Trump, Brexit, Attentaten usw.

Das finde ich seltsam. Es ist nicht so, als ließe mich das alles kalt oder als kriegte ich davon nichts mit. Die erste Pressekonferenz des „President-elect“ zum Beispiel war ja ausgesprochen verheißungsvoll (wenn mir mal ein wenig Zynismus erlaubt sei). Aber wenn wir uns zum Neujahr alles Gute wünschen, dann doch eben gegen das Schlechte, das auf jeden Fall auch kommen wird.

Vielleicht wird das leichter, wenn wir uns nicht einfach „Glück“ wünschen. Ich hab es eh nicht so mit all den Schweinchen und Schornsteinfegern, Kleeblättern und Marienkäfern. Ich wünsche auch nicht unbedingt ein „frohes“ Jahr oder „Gesundheit“, obwohl ich beides sehr wichtig finde. Aber was passiert, wenn ich mal kein Glück habe, traurig oder krank bin? Ist das Jahr deshalb schlecht? Es ist doch trotzdem ein Teil meiner Lebenszeit! Auch die Pechsträhne, die Depression und der Beinbruch gehören zu mir, wenn sie denn passieren.

Deshalb wünsche ich meist ein „gesegnetes Neues Jahr“. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gott alle Wege mitgeht, auch die nicht so schönen. Selbst wenn die lustigen Marienkäfer wegfliegen und die Glücksschweinchen abhauen, bleibt Gott doch treu, gerade dann. Sein Segen meint nicht einfach Glück. Seine spürbare Nähe ist umfassender und trägt weiter als jedes Marzipanfigürchen.

Ich wünsche Ihnen und Euch Gottes reichen Segen in diesem neuen Jahr, mit allem, was es auch bringen mag.

1 Kommentar

  1. Danke, für den Segen. Ja, wenn die Glückschweinchen gegessen, der Glücksklee verwelkt und ausgetrocknet und die Marienkäferschwärme hinter dem Horizont verschwunden sind, dann beginnen die Mühen der Ebenen, so um den 9. Jänner herum, etwas nach Dreikönig. Das normale Kirchenjahr beginnt dann auch… bis zum Osterfestkreis… Und spätenstens nach dem dann wird es wieder alles ganz alltäglich… bis der Urlaub kommt… 😉

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