Gegen den Trend

In der zweiten Frühschicht war Sabine dran: Was passiert eigentlich mit unseren alten Smartphones, Fernsehern oder CDs, wenn wir sie wegwerfen?

Und wieder kam die Kinderarbeit ins Spiel: Kinder, die in Afrika auf Müllhalden arbeiten, auf denen europäischer Elektroschrott auseinandersortiert wird. Sie verdienen sich ein bisschen Geld mit den Edelmetallen, die die Teile hergeben und stehen ansonsten mitten in dem giftigen Rest, z.B. in dem Qualm des verbrennenden Plastiks.
Unsere Jugendlichen dürfen z.T. noch kein eigenes Smartphone haben, das geht im Kinderdorf erst ab 14. Diejenigen, die eins haben, erzählten prompt von Klassenkameraden, die ihres alle paar Monate gegen das neueste Modell austauschen.
Das können unsere Jugendlichen natürlich nicht, schon rein finanziell nicht. Aber jetzt konnten wir ihnen sagen, dass es auch noch ethische Gründe gibt, sein altes Handy länger zu benutzen. Eine zeigte ihres auch sofort ganz stolz: jede Menge Macken, aber „tut’s doch noch!“
Dabei haben wir auch besprochen, wie schwer ein solcher Satz manchmal fällt. Ich bin als Schwester außerhalb der Mode. Ich habe mich einmal entschieden und mache mir jetzt nicht mehr allzuviel Gedanken darum, was „in“ ist, oder was man angeblich so alles besitzen muss. Aber für jemanden, der mit 13 oder 14 Jahren seinen Schulalltag zu bestehen hat, für den sieht das naturgemäß ganz anders aus. Da ist die Meinung und das Urteil der Gleichaltrigen einfach wichtig. Wir können die Jungs und Mädels nur darin bestärken, nicht jeden Trend mitzumachen, sondern ihren eigenen Weg zu finden. Denn Gott hat uns als Originale geschaffen – Kopien gibt es schon genug.

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