Eddi

„Ich bin der Eddi.“

So stellte Eddi Erlemann sich vor. Und das drückt etwas aus, das für mich wesentlich an Eddi war: Er war nahbar, freundlich, unkompliziert. Er machte keine Unterschiede darin, ob er mit unserer Priorin oder mit den jüngsten unserer Kinder sprach – alle waren ihm gleich lieb und gleich wichtig. Er kannte auch anscheinend alle mit Namen, was ich nie begreifen konnte, denn wir sind wirklich viele, und sowohl im Kinderdorf als auch bei den Schwestern gibt es immer mal wieder Neue. Aber Eddi war es wichtig, jeden Einzelnen wahrzunehmen in seiner Würde und Einzigartigkeit.

Klar, seine Gottesdienste waren schon manchmal speziell. Gerade die Älteren unter uns mussten sich erst daran gewöhnen, dass da jemand so frei von Gott sprach und die Messe auch mal unkonventionell feierte. Aber gerade das war eine seiner großen Stärken, mit denen er viele, sehr viele Menschen ermutigt und näher zu Gott geführt hat. Manchen hat er überhaupt erst wieder den Zugang zu diesem liebenden Gott, der Vater und Mutter ist, eröffnet, nachdem schlechte Erfahrungen mit der Kirche ihn verstellt hatten.

Über zehn Jahre war Eddi unserem Kinderdorf und auch uns Schwestern ein treuer Begleiter und Seelsorger. Ungezählte Gottesdienste und Feste hat er mit uns gefeiert, Messen, Taufen, Erstkommunionen, Einsegnungen, auch mal eine Trauerfeier, Sommerfeste, Martinsmärkte… Er war da, wenn wir ihn brauchten.

Gütiger Gott, bitte vergilt Eddi alles Gute, das er uns und den vielen anderen Menschen in seinem Leben getan hat! Lass ihn Dich nun anschauen, wie Du wirklich bist und lass ihn ausruhen von seinen Anstrengungen.

Eddi, wir werden Dich vermissen!

Kommentar verfassen