Dein Licht kommt – 5. Dezember

Morgen, am 6. Dezember ist das Fest des Hl. Nikolaus. Er stammt genau wie die Hl. Barbara aus Kleinasien, der heutigen Türkei und ist auch ziemlich genau aus der gleichen Zeit. Allerdings hat er im Gegensatz zu Barbara mit einiger Sicherheit gelebt, und zwar etwa von 280 bis 350. Er war der Bischof von Myra, dem heutigen Demre.

Zahlreiche Legenden rankten sich um diesen Bischof. Eine der bekanntesten ist mir zugleich die liebste: Ein Mann hat drei Töchter und kann sie nicht standesgemäß verheiraten. Ihm fehlt schlicht das Geld für die Mitgift. In seiner Not weiß er nicht ein und aus und fürchtet schon, er werde sie in die Prostitution verlieren. Davon erfährt der Bischof Nikolaus und legt ihnen in der Nacht für jede der drei die nötige Summe in Gold auf das Fensterbrett. Eine Variante der Erzählung sagt, er wirft das Geld durch den Kamin – Ursprung des Weihnachtsmann-Kletter-Motivs.

Deshalb stellt man auch am VORabend die Schuhe raus, am Morgen ist dann etwas Gutes darin: der gute Bischof kommt heimlich, über Nacht, denn er möchte nur helfen, aber nicht gerühmt werden.

Wir leben in einer Welt, in der es heißt „Tue Gutes und rede darüber!“ Das ist nicht verkehrt, wenn man mit diesem Reden noch mehr Menschen anregen kann, Gutes zu tun. Aber Nikolaus von Myra zeigt uns, wie man auch still und heimlich helfen kann.

Das ist das Spannende für die Kinder: abends etwas rausstellen und hoffen, dass während des Schlafes etwas Schönes passiert – und es gefällt auch mir besonders an dieser Geschichte. Nikolaus ist hier leise, ein kleines Hoffnungslicht in der nächtlichen Dunkelheit. Damit ist er mir Vorbild, denn ich habe keine Milliarden, die ich spenden könnte. Aber im Verborgenen anderen Gutes tun, das kann ich auch!

 

Bild: berwis@pixelio.de

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