Dein Licht kommt – 18. Dezember

Es kann nicht nur große Lichter geben. Die großen leuchten ja weithin, aber die kleinen wärmen.

Karl Heinrich Waggerl

Warum überziehen wir in der dunklen Jahreszeit unsere Städte und sogar die Dörfer mit einer unüberschaubaren Zahl von kleinen Lichtern?

Ginge es nur darum, die Dunkelheit zu bannen, so könnten wir zumindest in den Fußgängerzonen auch Flutlichter einsetzen. So große Strahler wären sicherlich effektiv, wenn es darum ginge, dass alle ihre Weihnachtseinkäufe sicher nach Hause bekommen.

Darum geht es aber gar nicht in erster Linie. Aber worum dann?

Ich bin überzeugt, dass es um das Phänomen geht, das Waggerl beschreibt: die kleinen Lichter wärmen – natürlich nicht im tatsächlichen, sondern im übertragenen Sinn. Es geht bei den kleinen Lichtern eben nicht um die Helligkeit, die Wattzahl, die Effektivität. Nichts, was man zählen oder messen könnte. Es geht mehr um die Gemütlichkeit, das Gefühl, vielleicht auch die Schönheit. Jedenfalls etwas, das nicht leicht zu beziffern ist.

Wir brauchen die großen Lichter, keine Frage. Aber die meisten von uns wissen oder ahnen doch wohl, dass sie eher zu den kleinen Lichtern gehören. Und nun leuchtet uns in jedem Teelicht und jeder elektrischen Lichterkette entgegen: unterschätz die kleinen Lichter nicht! Auch sie trotzen auf ihre Art der Dunkelheit – und sie wärmen dabei.

Kommentar verfassen