Wahlkampf im Kinderdorf

Seit gestern bin ich im Wahlkampfmodus. Da hatten wir nämlich eine Sitzung unseres Kinder- und Jugenddorfrates zur Vorbereitung der nächsten Wahl. Wer besorgt die Wahlkabine? Wer druckt die Stimmzettel? (Dabei fällt mir ein: ich muss mir ja im Sekretariat noch eine Wählerliste besorgen! Alle Kinder und Jugendlichen ab Schuleintritt sind wahlberechtigt.) Wer verschönert die Wahlurne? Wer erinnert die Gruppen an die Wahl und wer motiviert noch einmal weitere Jugendliche zur Kandidatur?

Das alles finde ich superspannend, vor allem, weil sich hier wirklich die Demokratie im Kleinformat zeigt. Als es gestern darum ging, dass sich zu wenig Jugendliche als Kandidaten für den neuen Kidorat beworben haben, sagte Cindy* (15) empört: „Denen müsste man mal sagen, sie sollen ihren Hintern hochkriegen und nicht so feige sein! Immer nur meckern, aber dann zu faul, selber in den Kidorat zu gehen und was zu verändern!“ Recht hat sie! Es ist die Frage, ob sie mit einer solchen Ansage viel Erfolg hätte, aber ja, genau das trifft das Wesen der Demokratie. Besser kann man es nicht sagen.

Cyntia* (16) schlug vor, lieber am Sonntag nach der Familienmesse einfach noch mal an die Wahl zu erinnern und zur Kandidatur zu ermutigen. „Das ist eure Chance!“ Wenigstens sollte man wählen gehen, wenn man schon nicht selber kandidiert. Das klingt mir schon erfolgversprechender.

Vor zwei Jahren, bei der letzten Kidorat-Wahl, war die Wahlbeteiligung 53%. Mir ist das zu wenig, deswegen mache auch ich jetzt noch mal Werbung, in unserem Schaukasten.

*alle Namen geändert

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