Das ist ein Fasten, wie ich es liebe…
1. März 2017
Fastenvorsätze
14. März 2017

Gestern brachte mir meine Mitschwester einen Teller Kuchen ins Büro: „Willst du auch?“ Eine andere hatte Geburtstag gehabt, und die Gäste hatten den Kuchen mitgebracht. Die Reste kann man nicht gut wegwerfen, alleine schafft sie sie nicht, bis zum Sonntag sind sie verdorben – wenn man eine Entschuldigung bräuchte, um in der Fastenzeit Kuchen zu essen, dann hätte man sie hier. Wir haben es uns schmecken lassen.

Allerdings war mir dabei sehr bewusst, dass ich diese Entschuldigungen nicht wirklich nötig habe. Jedenfalls in diesem Jahr nicht. Sonst habe ich mir in den letzten Jahren schon mal vorgenommen auf Kaffee zu verzichten, da wäre dieses Bild dann wohl nicht entstanden. Aber diesmal habe ich einen Fastenvorsatz, der mir einerseits leichter und andererseits viel schwerer vorkommt.

Ich versage mir den Kaffee diesmal nicht, sondern ich versuche, endlich mal wieder wahrzunehmen, wann und wieviel ich davon trinke, wie er eigentlich riecht und schmeckt. Sonst kippe ich schon mal die eine oder andere Tasse am Schreibtisch in mich hinein, ohne es überhaupt richtig zu merken. Auch bei den Mahlzeiten genieße ich mein Essen oft gar nicht richtig, weil ich mich gleichzeitig auf die Gespräche konzentriere. (Zum Glück schweigen wir in der Fastenzeit beim Mittagessen – sehr erholsam!!!) Genauso geht es mir auch mit anderen Dingen, was macht man nicht alles gleichzeitig: Nachrichten sehen und dabei etwas aufräumen; mit jemandem chatten und an jemand anderen eine email schreiben, usw. Wir nennen das Multitasking und glauben, wenn das Ding einen englischen Namen hat, wird es wohl was Gutes sein. In Wirklichkeit stelle ich fest, dass es zwar manchmal nützlich ist, zwei Dinge gleichzeitig erledigen zu können, dass es aber in vielen Fällen einfach nur dazu führt, dass ich beides mit halber Aufmerksamkeit tue.

In dieser Fastenzeit verzichte ich also nicht auf Kaffee oder Süßes oder Medien, sondern ich versuche, all das bewusst zu mir zu nehmen oder zu nutzen. Achtsamkeit statt Multitasking! Ganz ehrlich? Das ist richtig schwer! Eine Sache ganz wegzulassen ist mir leichter gefallen. Und übrigens: wann immer es mir gelingt, achtsam mit Genussmitteln und Medien umzugehen, sinkt der Konsum automatisch.

Euch viel Erfolg bei euren Fastenvorsätzen!

2 Kommentare

  1. Ich habe meine Fastenvorsätze etwas revidiert… das Laufen bei Regen muss nicht sein. Und bei sonstiger Überlastung. Aber dein Vorsatz „Achtsamkeit statt Multetasking“, der ist Super, den übernehme ich doch glatt und gleich!!!! In letzter Zeit mache ich manchmal schon drei Sachen gleichzeitig… und das ist wirklich nicht mehr gut…

    • Ja, manchmal muss man auch einen Fastenvorsatz noch einmal überdenken. Ich habe mir in den ersten Jahren meines Erwachsenenlebens immer viel zu viel vorgenommen. Hochmotiviert wollte ich auf mindestens drei wichtige Dinge verzichten und zwei andere mehr tun – das klappt natürlich nicht. Innerhalb einer Woche war ich jedesmal frustriert. Nach und nach habe ich zu realistischeren Vorsätzen gefunden. Das mit der Achtsamkeit ist ja einerseits im Kloster völlig trivial. Eigentlich sollten wir immer achtsam sein. Aber im Alltag gerät es halt schon mal aus dem Blick, dann ist die Fastenzeit genau richtig, um sich daran zu erinnern. Und immer wenn ich das Gefühl habe, mein Vorsatz ist dieses Jahr zu einfach, dann fällt mir eine neue Situation auf, wo ich immer noch zwei Dinge gleichzeitig tue. Inzwischen fahre ich manchmal Auto ohne Musik zu hören – das ist echt nicht so einfach!
      Viel Erfolg!!!

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