Sister schwelgt in Erinnerungen

Der Urlaub verfliegt viel zu schnell. Eigentlich wollte ich ganz viel schreiben, aber wie mir das im Urlaub meistens so geht: ich nehme mir vielerlei vor und schaffe es dann doch, den Motor runter zu fahren und nur wenig zu tun.

Deshalb gibt es jetzt ein paar Highlights, fast schon im Rückblick: Alles fing an mit dem Ligo-Abend. Unsere Schwestern haben uns zu den großen Mittsommernachtfeiern in Riga geführt: Einmal klassisch-traditionell und dann modern-kommerziell. Wir haben Freunde getroffen, gesungen und getanzt – einfach schön. Die Fotos sind allerdings mehr fürs private Album.

Dafür habe ich heute umso mehr Bilder gemacht: wir waren in der Altstadt, ein bisschen Touristenprogramm, und meine Mitschwester wollte unbedingt ins Okkupationsmuseum. Das ist wirklich sehr eindrucksvoll – unglaublich, was dieses kleine Volk alles mitgemacht hat: Die Russen, die Deutschen, die Polen, die Schweden – reihum haben sie das Land besetzt. 1991 war dann die Wende, wo sich die Letten von der Besatzung befreit haben. Eine unserer Schwestern war auf den Barrikaden in der Innenstadt dabei. Viel geschossen worden ist da wohl nicht, trotzdem muss es großen Mut kosten, eine solche Barrikade zu halten, wenn man weiß, gleich könnten Soldaten kommen.

Natürlich waren wir auch in diversen Kirchen, auch in der Anbetungskapelle – und zum Abschluss haben wir uns in ein Café am Domplatz in die Sonne gesetzt.

Die Busfahrt nach Hause fand meine Mitschwester ganz schön aufregend, ich dagegen erinnere mich noch an meine Zeit hier, wo wir gerne die sogenannten „Mikrobusse“ genommen haben. DAS war aufregend. Man wusste nie, ob man lebend ans Ziel kommt. Jetzt sind die Straßen viel besser als damals, und mit diesen modernen Bussen und ohne Schneematsch ist so eine Fahrt so unscheinbar, dass sie inzwischen Comicfilme im Bus laufen lassen, damit sich die Fahrgäste vor lauter Leichtigkeit nicht langweilen.

Ach, ich hab nicht gewusst, dass ich Lettland so vermisst habe!

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