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Montagmorgen. Wecker klingelt.

Wirklich schon wieder eine neue Woche? Ich denke daran, was sie alles bringen mag, und würde mich am liebsten noch mal unter der Decke verkriechen. Hilft nichts: auf ins Hamsterrad.

Manchmal dreht sich unser Leben im Kreis, jeder Tag bringt mehr oder weniger dasselbe, und die neue Woche ist auch nicht wirklich frischer als es die alte war.

Gestern hat der Advent begonnen. Für manche ist das eine Zeit, in der das Jahreskarussell plötzlich anders fährt, bei den einen langsamer, bei den anderen schneller! Auf jeden Fall gibt es jetzt allerlei am Rand zu sehen, das es sonst nicht gibt.

Ändert das jetzt irgendwas an meiner Arbeitswoche? – Nö. Das heißt… Natürlich muss ich genau so los wie immer, aber vielleicht kann ich ja doch ein bisschen Adventsstimmung mitnehmen. Advent heißt doch Erwartung. Wir warten auf Gottes Menschwerdung an Weihnachten, das kann ich doch auch während der Arbeit, oder nicht?

Und plötzlich freue ich mich auf die nächsten Runden. Es liegt doch an mir, ob ich heute morgen beim Gang zur Arbeit gedanklich in ein ödes Hamsterrad einsteige – oder in ein adventlich geschmücktes Karussell.

4 Kommentare

  1. Eigentlich liebe ich Weihnachten total. Aber dieses Jahr kann ich mich einfach nicht drauf freuen. Es ist dieses Jahr so viel Schlimmes passiert und es wird nicht weniger.

    • Dazu kann ich natürlich nicht viel sagen, vor allem nicht öffentlich. Auch mein Weihnachten wird diesmal anders sein – zum ersten Mal ohne meine Mutter. Zum Glück ist sie schon im Januar gestorben, so dass ich inzwischen Zeit hatte, mich an den Gedanken zu gewöhnen.
      Ansonsten und ganz allgemein kann man aber immer sagen, dass wir Gott ganz besonders dann brauchen, wenn es schwer wird und wenn „Schlimmes passiert“. Weihnachten ist ja eigentlich kein Idyll mit Kerzen und Plätzchen, das haben wir Europäer daraus gemacht. Eigentlich findet Weihnachten in einem Stall statt, es ist die Geschichte einer Geburt unterwegs, ohne richtiges Dach über dem Kopf. Die Weihnachtsbotschaft, der Jubel gilt der Aussage: genau in dieses Elend hinein kommt Gott! Wenn es dir so dreckig geht, dass Du halb obdachlos in den Wehen liegst, dann bist du nicht von Gott verlassen. Er verlässt dich nämlich niemals.
      Jetzt habe ich doch so viel geschrieben, und ich hoffe, dass Du dich doch ein bisschen auf Weihnachten freuen kannst.

      • Das mit Ihrer Mutter tut mir leid. Ich hoffe, dass Sie trotzdem ein schönes Weihnachten haben.
        Dass man Gott immer dann am meisten braucht, wenn es gerade schlimm ist, glaube ich auch. Ich habe mal ein Zitat gehört „Religion ist wie ein Nachtwächter, nützlich in der Nacht, aber unnütz am Tag“. Ganz so extrem würde ich es natürlich nicht sehen, aber ich denke, da ist viel Wahres dran.
        Ich werde mich auf jeden Fall darauf freuen, meine Eltern und meinen Bruder wiederzusehen.

        • Dazu möchte ich noch rasch gerade rücken: Klar brauchen wir Gott, wenn es uns schlecht geht. Aber wer überlegt, wann Religion, bzw. Gott ihm „nützt“, der hat einen egoistischen Blickwinkel. Gott ist nicht da, um uns zu nützen. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Er hat uns geschaffen, weil er möchte, dass wir ihn lieben.

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