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Oh, Mann, die Adventszeit geht ja gut los: der Bischof ist da!

adventstour-4-bischof-3Nein, nicht der Helmut Dieser. Der ist noch zu frisch. Die Visitation unserer Pfarre ist schon lange geplant, und dafür „reicht“ auch ein Weihbischof. Davon hat das Bistum Aachen mehrere, diesmal ist Bischof Bündgens gekommen. Gestern morgen war er im Kinderdorf, da haben wir uns im Arbeitskreis „Kirche im Kinderdorf“ kennengelernt. Sehr nett und interessiert ist er, nur hat er ein unglaublich volles Programm.

Gestern abend hat er mit uns die Messe gefeiert und war dann bei uns im Schwesternhaus zum Gespräch. Eine Schwester fragte mittags noch vorsichtshalber: „Sagt man eigentlich Exzellenz oder Eminenz?“ Aber die anderen winkten nur ab: „Nix da, seit Paul VI. ist das alles abgeschafft. Herr Bischof!“

adventstour-4-bischof-2Ich glaube nach meiner Begegnung mit Bischof Bündgens, dass ihm das auch entspricht. Ich schätze, er ist einer, der keinen Wert auf großes Tam-Tam legt, der sich so normal benimmt, wie das bei seinem Beruf eben möglich ist. Ob bei der Begrüßung oder beim Essen – bei so einem unkomplizierten „Würdenträger“ hat unsereiner keine Angst, sich daneben zu benehmen. Und egal wie viele Namen, Themen und Infos wir ihm um die Ohren geschlagen haben und selbst, als wir ihn noch mal nach draußen gescheucht haben, weil wir die Kollegin verpasst hatten, die das Foto machen sollte – immer blieb er gleichmäßig freundlich. Wow!

Ich denke, das ist wohl so ziemlich das, was Jesus von uns will. Wir sollen Brüder und Schwestern sein, keiner soll sich für etwas Besseres halten. Natürlich muss die Gemeinde von jemandem geleitet werden, und wer leitet, der muss auch Entscheidungen treffen. Aber „wer der Erste sein will, der wird der Letzte sein“ und Jesus hat uns vorgemacht, dass der an der Spitze eigentlich der Diener aller ist.

Ich bin froh für jeden, der in unserer Kirche Leitungsverantwortung in diesem Sinne übernimmt. Es ist kein leichter Dienst. Beten wir für unsere Oberen!

 

 

7 Kommentare

  1. Admiral sagt:

    Es heißt „Exzellenz“ und daß Paul VI. diese Anreden abgeschafft hat ist schlicht und einfach unwahr.

  2. Admiral sagt:

    („Eminenz“ ist übrigens die angemessene Erstanrede für einen Kardinal, aber so was sollte ja zu normaler Allgemeinbildung gehören.)

    • Schönen guten Tag, Herr Admiral! Es wundert mich, dass Sie unser Blog immer noch verfolgen, da Sie sich doch so oft über unsere mangelnde Bildung ärgern müssen. Aber sei’s drum…
      Der Hinweis mit Paul VI. gibt mir in der Tat Gelegenheit zu einer Präzisierung: Er hat die Anreden nicht abgeschafft, sondern einen Alternative dazu ermöglicht. Im Italienischen ist das „Monsignore“, dem im Deutschen eben „Herr Bischof“ entspricht.
      Ich bekomme gerade mächtig Lust, Weihbischof Bündgens mal probehalber mit Exzellenz anzusprechen. Ich vermute, er würde etwas genervt mit den Augen rollen, aber höflicherweise nichts sagen. Mal sehen… Vielleicht frage ich ihn einfach, wie er dazu steht…

    • Im übrigen finde ich es spannend, dass Sie sich auf eine Äußerlichkeit konzentrieren, von der ich schreibe, dass sie m.E. gerade keine große Rolle spielt – weder für diesen Bischof, noch für den Jesus, auf den wir alle uns berufen. Wenn Sie also eine substantielle Kritik äußern wollten, dann wäre interessanter als Paul VI. doch wohl die Frage nach Jesus und seiner Meinung zur Stellung der Bischöfe.

      • Admiral sagt:

        Nun, ein Bischof steht nun mal aufgrund der Weihe nicht auf der selbe Stufe wie der „normale Gläubige“. Durch die Weihe hat er nämlich eine viel höhere Verantwortung und wird im persönlichen Gericht auch strenger beurteilt und das sollte sich auch im Miteinander wiederspiegeln. Wir sind nun mal nicht alle gleich.

        Im säkularen Bereich kann man das momentan an der zunehmenden Aggressivität gegenüber Polizisten, Sanitätern und anderen Personen im öffentlichen Dienst sehen. Der Respekt vor Menschen mit besonderer Verantwortung sinkt und wenn man eingetrichtert bekommt, daß wir ja alle Gleich seien, dann koffert man seinen Gegenüber viel schneller an.

        Deshalb sind Respektstitel wichtig.

        Und was Jesus heute tun würde weiß Heiner Geissler viel besser als ich.

  3. Admiral sagt:

    Liebe Schwester Barbara,
    mich werden sie nicht so schnell los, es ist ja nicht alles schlimm, was Sie schreiben. 🙂

    Mich juckt es halt immer in den Fingern, wenn wegen Unwissenheit/Desinteresse/wasauchimmer fehlerhafte Fakten behauptet werden, die eigentlich leicht zu recherchieren wären. Deshalb werde ich auch weiterhin gerne korrigierend eingreifen, sollte mir was auffallen.

    Zur Präzisierung: Die Italiener machen es sich einfach und nennen alle, die etwas Farbe an der Soutane haben „Monsignore“. 🙂

    Das deutsche „Herr Bischof“ mag ich nicht so, klingt für mich einfach zu gewöhnlich und zu nüchtern und drückt nicht genug die Würde des Amtsträgers aus, die ihm von der Weihe aus gebührt. Die Art zu sprechen beeinflußt die Art zu denken und die Art zu denken beeinflußt die Art zu sprechen. Wenn ich also absichtlich neutraler und mit weniger Würde formuliere wirkt sich das auf längere Sicht auch auf mein Denken aus. Deshalb halte ich es durchaus für wichtig solche Formulierungen in der Erstnennung (d.h. beim Ersten Ansprechen „Exzellenz“, danach „Herr Bischof“) weiterhin zu pflegen und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

    Säkulares Beispiel: Die Queen spricht man beim ersten Mal mit „Your Majesty“ an, danach mit „Ma’am“. Würde man direkt mit „Ma’am“ anfangen würde man dem Amt definitiv nicht den gebürenden Respekt entgegenbringen.

    Viele herzliche Grüße,
    Der Admiral

    • In der Tat, genau darum geht es: unsere Sprache beeinflusst unser Denken und Handeln – und umgekehrt. „Herr Bischof“ ist eine bürgerliche Form, sie stellt den kirchlichen Würdenträger auf eine Stufe mit dem normalen Gläubigen. Das meinte ich, als ich schrieb: wir sind alle Schwestern und Brüder.
      Ich finde es spannend, dass Sie sich auf eine Äußerlichkeit konzentrieren, von der ich schreibe, dass sie m.E. gerade keine große Rolle spielt – weder für diesen Bischof, noch für den Jesus, auf den wir alle uns berufen. Wenn Sie also eine substantielle Kritik äußern wollten, dann wäre interessanter als Paul VI. doch wohl die Frage nach Jesus und seiner Meinung zur Stellung der Bischöfe.

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