Sisters Platz – Nachtrag
18. Januar 2018

Jetzt geht es ja mächtig auf den Karneval zu, und bevor der so richtig losgeht und ich mich einschunkele, möchte ich noch rasch den Schulgottesdienst für den Aschermittwoch vorbereiten.

Dabei hatte ich einen kurzen Schreckmoment, als mir klar wurde, dass zu diesem Gottesdienst das Austeilen des Aschenkreuzes gehört – auch morgens bei den Kindern, nicht nur in der Messe. Es ist natürlich kein Muss, aber es ist doch üblich, denn für diese Kids ist es halt DER Aschermittwochsgottesdienst. (Natürlich ist denkbar, dass das ein oder andere Kind nachmittags mit seinen Eltern irgendwo noch eine Messe aufsucht – aber die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte gegen Null tendieren.)

Also ist es mein Job, den Kindern nicht nur theoretisch zu erklären, was das mit der Asche soll, sondern ihnen dieses Zeichen auch praktisch zu geben – wenn sie es denn möchten. Ich denke, ich werde den Palm auch im Gottesdienst selber verbrennen, damit die Kids verstehen, wie das alles zusammenhängt, mal schauen. Dann muss die Asche natürlich gesegnet werden. Alles kein großes Problem – sollte man meinen. Doch dann stieß ich (natürlich wieder einmal auf Facebook) auf wüste Diskussionen zu der Frage, wieso Laien / Frauen Dinge tun, die doch eigentlich ein Priester tun sollte. Dabei ist mir nicht klar, was für die Beteiligten schlimmer ist: Laie oder Frau, aber darauf kommt es dann vielleicht auch nicht mehr an. Jedenfalls herrscht in solchen Diskussionen häufig ein gesundes Halbwissen vor, was denn nun tatsächlich dem Priester vorbehalten ist – und welche liturgischen Handlungen durchaus an Laien delegiert werden können. Gipfel des einen Gesprächs war die Aussage, der Segen, den die Pastoralreferentin erteilt hatte, sei gar nicht gültig und daher auch nicht wirksam!

So etwas macht mich ratlos. Natürlich habe ich mich wegen des Schulgottesdienstes mit meinem Pfarrer abgesprochen, ist ja klar. Aber mit seiner Beauftragung ist es dann eben auch überhaupt kein Problem, diesen Gottesdienst durchzuführen. Ich freue mich, dass auf diese Weise deutlich mehr Kinder diese Sakramentalie (kein Sakrament!) empfangen können. Und selbstverständlich werde ich mein Bestes tun, damit die Kinder die Bedeutung erfassen. Dazu gehört auch die Würde der Feier.

Ansonsten wünschte ich wirklich, die priesterzentrierten Fundamentalisten würden sich ein bisschen entspannen und den Blick dafür öffnen, dass wir den Segen von Gott erbitten und nicht von dem Menschen, der das Gebet spricht. Dieser Gott, der uns so viel Gutes schenkt, weil er uns über alles liebt, der macht sich nicht von Menschen, ihren Worten und ihren Handlungen abhängig. Ganz sicher wird er auch die Kinder in dieser Feier segnen – unabhängig davon, wer ihn darum bittet.

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