Die Überlieferung der Apfelsine
17. Mai 2018

Gestern habe ich doch von meiner Apfelsinen-Katechese erzählt. Die Geschichte hat noch ein weiteres Kapitel.

Normalerweise habe ich die Schulgottesdienste der verschiedenen Schulen alle in einer Woche – und dann eine Woche Pause. Wegen des Feiertages war jetzt der Rhythmus verschoben und ich hatte eine Woche zwischen der einen und der nächsten Apfelsine. In der Zeit war sie mir eingeschrumpelt (sie war ohnehin nicht mehr so doll gewesen). Am Abend vor dem zweiten Gottesdienst fiel mir nun siedendheiß ein, dass ich den zentralen Aufhänger für meine Katechese noch nicht hatte, und im ganzen Haus war auch nichts aufzutreiben – es ist ja nicht die Zeit für Orangen. Also bin ich am Morgen vor dem Gottesdienst – schon im Habit – rasch in einen Supermarkt gefahren, ausnahmsweise heilfroh, dass der so früh öffnet, und habe eine einzelne Apfelsine gekauft.

An der Kasse ein junger Mann. Ich grüße ihn: „Sie haben mich gerettet: diese Orange brauche ich gleich für meinen Schulgottesdienst!“

Er – offenbar erfreut über die freundliche Ansprache am frühen Morgen – kontert ebenfalls freundlich und wie selbstverständlich: „Ich dachte, die Rettung kommt vom Heiland.“

Da war ich aber baff! Ich weiß nicht, ob es ernst gemeint war oder ein Scherz sein sollte, aber wir haben dann noch ein paar sehr heitere Sätze gewechselt und uns froh voneinander verabschiedet. Ein schöner Start in den Tag!

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